Mittwoch, 18. Januar 2012

Toine Heijmans - Op zee

Kam heute mit der Post: Toine Heijmans, Op zee (Auf See). Der Roman war 2011 ein echter Publikumserfolg in den Niederlanden und hat in der Presse ein großes Echo hervorgerufen. Er wurde allerdings von seinem Verlag L. J. Veen auch massiv beworben und hat sogar eine eigene Website. Als regelmäßiger Leser niederländischer Zeitungen und Online-Kulturmagazine hatte ich dann natürlich keine Chance, nicht ständig darauf gestoßen zu werden!
Toine Heijmans ist Journalist bei de Volkskrant und wurde mit La vie vinex (2007), einem Dokumentarbuch über das Leben in einem VINEX-Wohnviertel bekannt.
Und worum geht's in Op zee? Ein Vater nimmt seine siebenjährige Tochter mit auf einen Segeltörn von Norddänemark nach Harlingen (Friesland). Auf der Fahrt durch die 'Waddenzee', befreit vom Alltag und im Kampf mit den Elementen, kommen sich die beiden so nahe wie nie zuvor - bis etwas geschieht, das alles verändert... Die ersten Sätze deuten es bereits an: "De wolken had ik niet gezien. Ze moeten zich verzameld hebben achter mijn rug." (Die Wolken hatte ich nicht gesehn. Sie müssen sich hinter meinem Rücken gesammelt haben.). Da braut sich etwas zusammen in der Vater-Tochter-Idylle?! Die Perspektive wechselt in der Mitte des Buches vom Vater auf die Tochter und es soll - laut niederländischer Kritik - ein überraschendes Ende geben. Die Sprache scheint sehr einfach zu sein, ist - dem ersten Eindruck nach - zugleich sehr dicht und verfügt über eine gut ausgearbeitete aber unprätentiöse Metaphorik.
Das Buch selbst wirkt ziemlich 'aufgeblasen': Durch Schriftgröße, Satzspiegel und die Illustrationen von Jenna Arts wurden aus eigentlich höchstens 100 Seiten (eigentlich ein ideales Format für ein boekenweekgeschenk) 192 Seiten. Die Bebilderung hat mich beim ersten Durchblättern (noch?) nicht so richtig überzeugt. Ich bin gespannt, wie Text und Bild bei der Lektüre korrespondieren.
Ende April erscheint der Roman dann auf Deutsch - unter dem Titel "Irrfahrt" - bei Arche in der Übersetzung von Ilija Braun.



1 Kommentar:

  1. Bestellt!

    Romane als Sprachtraining wurden mir hier von einem fellow expat sehr empfohlen. Wommer dommer schauen, wie das so ist.

    Danke für die Anregung!

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